Liebe Hündeler!
Hund und Hitze, das ist keine gute Kombination.

Bei der Hitze sind einige Dinge zu beachten.
Wie wir alle wissen, darf der Hund bei diesen
Temperaturen nicht im Auto bleiben,
auch nicht für fünf Minuten!
Zur Veranschaulichung hier mal die Tabelle
betreffend Hitzeentwicklung im Auto:
Was aber machen wir, wenn wir unseren Hund dabei haben und nur schnell was einkaufen wollen?
Wir bringen unseren Hund nach Hause und fahren dann einkaufen. Weder offene Fenster noch ein offener Kofferraum bringen eine Entlastung.
Für uns sind es vielleicht zehn oder 20 Minuten mehr – für den Hund kann es das Leben bedeuten. Bitte denkt immer daran.
Was passiert im Hundekörper bei der Hitze?
Unsere Hunde können bei der Hitze nicht so abkühlen, wie wir Menschen. Die normale Körpertemperatur beim Hund liegt bei 38.5 Grad. Diese liegt also höher als bei uns. Hunde können aber nicht schwitzen. Sie haben an den Pfoten und den Zehenzwischenbereichen Schweissdrüsen. Diese Drüsen dienen nicht wirklich zum Schwitzen, also der Kühlung des Körpers, sondern der Geruchsbildung und der Griffigkeit auf den Böden.
Hier sehen wir schon das erste „Problem“. Wenn die Hunde an den Pfoten schwitzen und auf dem heissen Boden, insbesondere dem Asphalt gehen, dann „verdunstet“ der Schweiss sofort.
Wie kühlen sich die Hunde?
Durch Hecheln! Die Hauptmethode der Temperaturregulation bei Hunden ist das Hecheln. Dabei atmen unsere Wauzis schnell ein und aus, was zur Verdunstung von Feuchtigkeit auf den Schleimhäuten von Mund und Nase führt und somit eine kühlende Wirkung hat.
Nebst dem Hecheln können Hunde durch erweiterte Blutgefässe (Vasodilatation) Wärme abgeben, indem das Blut näher an die Hautoberfläche geleitet wird, wo es abkühlen kann.
Nun sehen wir, wieso unsere Hunde bei hohen Temperaturen schnell überhitzen können. Die Hauptkühlmethode ist das Hecheln. Dieses aber ist sehr anstrengend. Darum ist es wichtig, die Hunde kühl zu halten (Schatten) und ihnen genug Wasser zur Verfügung zu stellen.
Hunde sterben nicht an Dehydration, wenn sie bei der Hitze Auto im sind!
Hund und Hitze führt zu Schmerzen und nicht zu einer Dehydration.
Hunde haben eine ähnliche Schmerzverarbeitung wie wir Menschen. Die Nozizeptoren (spezielle Nervenzellen, die Schmerzreize aufnehmen und weiterleiten) werden aktiviert und leiten Schmerzsignale an das Gehirn.
Die Hunde erleiden im viel zu heissen Auto einen Hitzschlag. Dieser führt zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelschmerzen. Das Hecheln bringt keine Kühlung des Körpers und die Körpertemperatur steigt schnell an. Ein Hitzschlag führt zur Gerinnungsstörung vom Blut, Organversagen und zum Tod – das unter immensen Schmerzen.
Es ist daher wichtig, mit unseren Hunden an den heissen Tagen frühmorgens oder spätabends Spaziergänge zu machen und diese auch nicht zu lange zu halten. Wir können sie mit Denkspielen auch Zuhause auslasten. An den heissen Tagen aber dösen unsere Hunde am liebsten, da ihr Organismus sowieso schon auf Hochtouren läuft, damit der Wärmeausgleich im Körper stattfindet.
Wir können unseren Hunden helfen, indem wir ihnen auch ab und zu mal ein kühles „Dessert“ geben, das in Form von Hüttenkäse, Frischkäse oder einfach einer Gurke. Diese darf ruhig aus dem Kühlschrank sein. Wir können ein feuchtes Tuch über ihren Rücken legen und so für eine gewisse Abkühlung sorgen.
Wenn es der Hund mag, können seine Pfoten und Beine gekühlt werden.
Asphalt und Hundepfoten
Wenn wir uns vor Augen halten, dass der Schweiss an den Pfoten sofort verdunstet auf heissem Asphalt, dann sehen wir noch ein viel grösseres Problem.
Auf heissem Asphalt können die Pfoten Verbrennungen erleiden. Bei 25 Grad Lufttemperatur (ein paar Tage) kann der Asphalt bis zu 50 Grad heiss werden. Wir können uns also vorstellen, dass die Hundepfoten dann Verbrennungen erleiden. Wer dann noch mit dem Hund am Velo herumfährt, den sollte man anzeigen!
Wann aber ist der Asphalt zu heiss?
Wir können einen einfachen Test machen. Haltet den Handrücken 7 Sekunden auf dem Asphalt. Wenn uns das zu heiss ist, dann ist es für die Hundepfoten definitiv zu heiss und wir gehen nicht mit dem Hund spazieren auf Asphalt. Lasst ihn in der Wiese laufen, das kühlt auch ein wenig ab.
Wir haben jetzt also gesehen, weshalb „Hund und Hitze“ keine gute Kombination ist.
Abkühlung im Wasser
Die Abkühlung im Wasser ist sicher das beste Mittel für den Hund. Nur sind nicht alle Hunde Wasserratten. Auch hier gilt es aber, nicht zu übertreiben. Ein Hund, der zu lange im Wasser schwimmt und tobt, kann auch überhitzen. Es gilt eine Regel, dass ein Hund nach maximal 20 Minuten im Wasser eine Pause braucht. Ich bin da für eine kürzere Zeit. Beobachtet die Hunde und überanstrengt sie nicht.
Eine unterschätzte Gefahr bei Hunden, die lange im Wasser sind, ist die Wasserrute.
Dazu werde ich Euch im nächsten Beitrag was erzählen.
Liebe Grüsse
Vita